macarons in Luna mum 11/13

P(AA)R EXCELLENCE

Nachhaltig, sozial und made in Germany:

Die Macher des deutsch-französischen Labels „macarons“ aus Mönchengladbach machen Baby- und Kindermode vom Feinsten. „mum“ sprach mit den Gründern Julie Carol (31) und Veit Kohlhoff (34), die auch privat liiert sind.

mum: Julie und Veit, hattet ihr Bedenken, als Paar zusammenzuarbeiten?

Julie Carol Kohlhoff: Wir haben den Sprung ins kalte Wasser gewagt. Natürlich nicht ohne Bedenken, aber da wir sehr viele gemeinsame Interessen haben, waren wir sehr optimistisch, dass es klappen könnte.

mum: Warum Kindermode?

Julie Carol Kohlhoff: Wir wollten eine beruflich Veränderung – weg vom Angestelltendasein hin zur Selbstständigkeit. Zudem wollten wir eine Möglichkeit schaffen, Familie und Beruf besser zu vereinbaren. Als unsere Tochter Cléo geboren wurde, war ich auf der Suche nach dem perfekten Outdoor-Overall. Ich fand aber nichts Passendes für sie im Einheitsfarbdschungel „Rosa und Hellblau“. So entwickelte sich langsam die Idee, dass es besonderes Potenzial geben könnte für ein Label wie „macarons“.

mum: Wie oft habt ihr gedacht: „Das packen wir nicht!“?

Veit Kohlhoff: Wir haben immer an macarons geglaubt, aber natürlich ist aller Anfang schwer. Wir haben das Projekt von Grund auf gestartet: erst die Idee, dann ein anständiger Businessplan. Natürlich gibt es immer Gedanken „Gelingt die geplante Stoffentwicklung? Schafft man es, mit einer Produktion in Deutschland marktgerecht zu wirtschaften?“. Man stößt eigentlich ständig an seine Grenzen und wächst dadurch aber auch über sich hinaus. Seit das Projekt gestartet ist, haben wir sehr viel gelernt.

mum: Hat sich euer Blick auf Baby- und Kindermode seitdem verändert?

Julie: Die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema sowohl als Eltern als auch als Unternehmer öffnet einem die Augen. Qualität, Design und Nachhaltigkeit sind die wichtigsten Faktoren. Modernes Design mit hoher Qualität und ökologischem sowie Fairtrade-Background ist leider noch immer Mangelware.

Warum ist es euch so wichtig, sozial, nachhaltig und in Deutschland zu produzieren?

Veit: Weil es hier eine kleine, aber feine Textilszene mit herausragender Qualität gibt – insbesondere was die Entwicklung besonderer Stickstoffe anbelangt. Die kurzen Wege zu unseren Produzenten bringen große Vorteile hinsichtlich Zuverlässigkeit, Kommunikation und Qualität. Die kurzen Transportwege begünstigen zusätzlich ein ökologisches Verhalten.

mum: Hat das Elternsein eure ökologische und soziale Verantwortung geschärft?

Veit: Ja, bei den eigenen Kindern investiert sich das ökologische und soziale Bewusstsein noch einmal. Für macarons engagieren wir uns für den Verein Kinderstern, der sich für die Würde der Kinder weltweit einsetzt und tolle Projekte, auch regionale, unterstützt. Man muss nicht zwingend in Drittweltländer fliegen – Not herrscht auch direkt vor der eigenen Haustür! Wir spenden einen Euro jedes verkauften Kleidungsstücks an Kinderstern e.V. und sind sehr glücklich, eine solch tolle und vor allem transparente Organisation in ihrer Arbeit zu unterstützen.

mum: Könnt ihr Beruf und Familie im Alltag nun besser vereinen?

Julie: Wirklichen Alltag kennen wir nicht mehr, da jeder Tag anders verläuft. Wir reisen viel, da unsere Produktionspartner in Süddeutschland ansässig sind und wir Teammeetings immer an wechselnden Orten vornehmen. Fast immer ist unsere kleine Tochter dabei, denn wir arbeiten schließlich im Kindersegment. Die Leute reagieren darauf meist sehr positiv. Und wenn wir zu Hause arbeiten, sitzt Cléo neben uns an ihrem kleinen Schreibtisch und malt.

mum: Ein Jahr enger Zusammenarbeit liegt hinter euch. Wie habt ihr es empfunden?

Julie: Die Stärken und Schwächen des anderen zu kennen vereinfacht vieles, aber es ist nicht leicht, sich jeden Tag rund um die Uhr zu sehen und die unterschiedlichen Rollen als Ehepartner, Eltern, Geschäftspartner zu erfüllen. Aber wir sind ein starkes Team und kriegen das ganz gut hin. (G.B.)

lunamum_special_2013_page

Posted